Projekt · WooCommerce
dampfer.guru: WooCommerce-Shop für einen E-Zigaretten-Fachhändler
Ein Fachgeschäft mit Ladenverkauf seit 2012 wollte online verkaufen. Der Shop stand bereits auf WordPress und WooCommerce – nur war er langsam, bei Google kaum zu finden und für eine stark regulierte Branche noch nicht vollständig eingerichtet.

Von Oliver Prust, Inhaber von prust.digital · Stand: November 2026
Kurz & knapp
- Kunde ist die Dampferlounge Neumünster, ein Fachgeschäft für E-Zigaretten, das seit März 2012 besteht und inzwischen auch online verkauft.
- Ausgangslage war ein frisch aufgesetzter Shop auf WordPress und WooCommerce mit dem Theme Astra und der Erweiterung Germanized.
- Die Mobilwertung stieg bei der Startseite von 59 auf 94 und bei der Produktseite von 57 auf 96 (Google Lighthouse, gemessen am 30.10.2026).
- Die Antwortzeit einer Produktseite sank von 1,47 auf 0,44 Sekunden.
- Die Altersprüfung läuft jetzt zweistufig: im Bestellvorgang und noch einmal bei der Zustellung.
Die Ausgangslage
Axel Sörensen führt die Dampferlounge in Neumünster seit März 2012. Das Ladengeschäft läuft, der Onlinehandel kam später dazu. Als wir angefangen haben, stand der Shop bereits: WordPress, WooCommerce, das Theme Astra, dazu Germanized für die deutschen Pflichtangaben. Technisch war also alles da – nur eben so, wie ein frisch aufgesetzter Shop eben aussieht, bevor jemand ihn für den täglichen Verkauf fertig macht.
Das ist kein Vorwurf an den Kunden. Ein Shop in einer regulierten Branche hat Anforderungen, die man beim Aufsetzen nicht sieht und die auch kein Standard-Theme mitbringt. Jugendschutz, Pflichtangaben, Werberecht und Barrierefreiheit kommen zu allem dazu, was ein normaler Shop ohnehin braucht. Hinzu kam, dass die Seiten spürbar langsam waren. Genau diese Punkte haben wir der Reihe nach abgearbeitet.
Rechtssicherheit zuerst
In einer regulierten Branche entscheidet nicht das Design darüber, ob ein Shop verkaufen darf. Wir haben deshalb mit den Texten angefangen: Datenschutz, Widerruf samt Widerrufsfunktion, Versand, Zahlungsarten, Jugendschutz, die Hinweise zur Entsorgung von Altgeräten und Akkus, der Umgang mit Bewertungen und die Erklärung zur Barrierefreiheit. Dazu kamen die Herstellerangaben nach der Produktsicherheitsverordnung auf den Produktseiten. Der Hinweis auf die gesetzliche Gewährleistung sitzt jetzt dort, wo er gesehen wird – im Fußbereich, auf der Produktseite, im Warenkorb und in der Kasse.
Dazu gehört auch die Sprache. Das Gesetz über Tabakerzeugnisse verbietet Werbung für elektronische Zigaretten und Nachfüllbehälter in weiten Teilen, unter anderem in Diensten der Informationsgesellschaft. Für einen Shop heißt das: sachlich beschreiben, was ein Produkt ist und kann, und alles weglassen, was wie Anpreisung klingt. Sämtliche Texte im Shop sind in diesem Ton geschrieben. Das klingt nüchterner als in anderen Branchen – und genau so soll es sein.
Altersprüfung in zwei Stufen
Eine Abfrage „Ich bin über 18″ am Anfang der Bestellung ist keine Altersprüfung. Im Shop läuft deshalb die Online-Altersprüfung aus meiner eigenen Entwicklung: Zahlung und Bestellung werden erst freigegeben, wenn das Alter bestätigt ist. Wie das im Detail funktioniert, steht auf der Seite Altersprüfung für zehn Shopsysteme. Für den Händler heißt es vor allem: Der Vorgang bricht nicht ab, und das Ergebnis ist nachvollziehbar.
Die zweite Stufe übernimmt der Paketdienst. Der Versand läuft über DHL mit Alterssichtprüfung ab 18 Jahren, die Übergabe erfolgt nur an Volljährige. Erst beide Stufen zusammen decken ab, was der Jugendschutz verlangt – die Prüfung bei der Bestellung und die Kontrolle bei der Zustellung. Was die Paketdienste dafür anbieten und was es kostet, habe ich im Beitrag Altersprüfung beim Versand verglichen.
Tempo: messen, dann arbeiten
Vor der ersten Änderung habe ich gemessen, danach noch einmal unter denselben Bedingungen. Das ist der einzige Weg, um hinterher sagen zu können, was eine Maßnahme gebracht hat. Die Ursachen waren die üblichen: Der Shop hat jede Seite bei jedem Aufruf neu gebaut, Skripte gingen unkomprimiert raus, ein Analyse-Skript lief für jeden Besucher mit, und große Bilder wurden sofort geladen, obwohl sie erst weiter unten sichtbar werden. Jeder Punkt für sich ist klein, zusammen kosten sie Sekunden.
| Gemessen am 30.10.2026 | Vorher | Nachher | Größter Inhalt sichtbar |
|---|---|---|---|
| Startseite, Mobilansicht | 59 | 94 | 3,5 s → 1,8 s |
| Produktseite, Mobilansicht | 57 | 96 | 3,8 s → 1,7 s |
| Serverantwort Produktseite | 1,47 s | 0,44 s | — |
Die Werte stammen aus Google Lighthouse in der Mobilansicht, vorher und nachher am selben Tag gemessen. Wichtiger als die Punktzahl ist die letzte Spalte: Sie sagt, nach welcher Zeit ein Besucher den Hauptinhalt tatsächlich sieht. Das ist der Wert, den Kunden auf dem Handy erleben, und der Wert, den Google als Core Web Vital bewertet.
Einwilligung und Tracking
Ein Cookie-Banner nützt wenig, wenn die Dienste trotzdem vorher laden. Im Shop ist das Tracking jetzt so verdrahtet, dass Google Analytics erst nach einer Zustimmung startet, und das habe ich im Browser nachgemessen: vor der Entscheidung geht keine Anfrage an Google hinaus. Das Banner lässt beide Wege offen, Zustimmen und Ablehnen, ohne Umweg über ein Untermenü. Diese Prüfung gehört für mich zu jedem Projekt dazu, weil man sie nicht sieht, sondern nur messen kann.
Gefunden werden
Ein Shop, den niemand findet, verkauft nichts. Die Startseite hat deshalb echten Inhalt bekommen statt nur Produktkacheln, dazu Fragen und Antworten und strukturierte Daten. Für die Produktseiten haben wir die Angaben zu Versandkosten, Lieferzeit und Rückgabe in die strukturierten Daten aufgenommen – die Search Console hatte genau diese Felder vorher als fehlend gemeldet. Dazu kamen zehn Ratgeberbeiträge mit eigenem Titelbild, verfasst unter dem Namen der Dampferlounge.
Search Console und Sitemap sind eingerichtet, dazu eine llms.txt für KI-Assistenten. Der Seitenwarenkorb zeigt einen Fortschrittsbalken bis zur Versandkostenfreiheit ab 59 Euro, und der Kopfbereich läuft auf Handy und Rechner mit, damit Kontakt und Kundenkonto immer erreichbar bleiben. Beim Zugang zum Konto greift ein Bot-Schutz, der ohne Bilderrätsel auskommt; die Kasse bleibt bewusst frei, damit dort keine Bestellung hängen bleibt.
Was andere Händler daraus mitnehmen können
Drei Dinge. Erstens: Messen Sie, bevor Sie etwas ändern, und messen Sie danach noch einmal unter denselben Bedingungen – sonst diskutieren Sie über Gefühle. Zweitens: In regulierten Branchen gehören Rechtstexte, Jugendschutz und Werbesprache an den Anfang eines Projekts, nicht ans Ende. Drittens: Prüfen Sie nach, ob Ihr Cookie-Banner hält, was es verspricht; das sieht man dem Shop von außen nicht an. Alles drei kostet wenig Zeit und erspart viel Ärger.
Über den Autor
Oliver Prust verkauft seit 2001 selbst online – zuerst über eBay, ab 2008 über Amazon und seit 2012 mit einem eigenen Fachhandel für E-Zigaretten. Seit 2026 ist prust.digital eine beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Marke; Inhaberin ist die Maximum-Trading.EU e.K. Die Beratung stützt sich auf diesen eigenen Handel, nicht auf Theorie.
Quellen und Datenstand
- § 4 Preisangabenverordnung – Pflicht zur Angabe des Grundpreises
- § 19 Gesetz über Tabakerzeugnisse – Werbeverbote, unter anderem in Diensten der Informationsgesellschaft
- § 3 Absatz 3 Barrierefreiheitsstärkungsgesetz – Ausnahme für Kleinstunternehmen
- Der Shop selbst: dampfer.guru
Rechtsstand und Messwerte: November 2026. Dieser Beitrag beschreibt ein Projekt und ersetzt keine Rechtsberatung.
Sie stehen vor einer ähnlichen Aufgabe? Schreiben Sie mir kurz, wo Ihr Shop steht – zum Kontakt.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für einen E-Zigaretten-Shop eine Online-Altersprüfung?
Altersbeschränkte Ware darf Minderjährigen weder angeboten noch ausgeliefert werden. In der Praxis heißt das zwei Stufen: eine Prüfung im Bestellvorgang und eine Kontrolle bei der Übergabe. Eine Abfrage „Ich bin über 18″, die jeder wegklicken kann, erfüllt das nicht. Welche Verfahren in Frage kommen, steht im Beitrag Altersverifikation im Onlineshop.
Warum ist mein WooCommerce-Shop langsam?
Meist hat es nichts mit dem Hoster zu tun. Typisch ist, dass jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammengebaut wird, dass Skripte unkomprimiert ausgeliefert werden und dass große Bilder sofort geladen werden, obwohl sie erst weiter unten sichtbar sind. Diese drei Punkte zusammen kosten mehr Zeit als alles andere. Sie lassen sich messen, bevor man etwas ändert.
Was bringt ein schneller Shop konkret?
Zwei Dinge. Erstens brechen weniger Besucher ab, bevor die Seite überhaupt sichtbar ist – gerade auf dem Handy und bei schlechter Verbindung. Zweitens fließen Ladezeit, Stabilität und Bedienbarkeit als Core Web Vitals in die Bewertung bei Google ein. Tempo ersetzt keine guten Inhalte, aber es nimmt eine Hürde weg.
Wie lange dauert so ein Projekt?
Das hängt vom Zustand des Shops und vom Sortiment ab. Bei dampfer.guru lag der Schwerpunkt auf Rechtstexten, Altersprüfung, Tempo und Sichtbarkeit; die Arbeit lief in Abschnitten, damit der Shop durchgehend verkaufsfähig blieb. Den Zeitrahmen nenne ich verbindlich, nachdem ich mir den Shop angesehen habe.
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