Der größte Fallstrick beim Online-Verkauf von Alkohol ist derselbe wie bei E-Zigaretten: die Altersprüfung – und zwar zweistufig. Dieser Beitrag zeigt die Pflichten von der Bestellung bis zur Zustellung.
Altersgrenzen nach dem Jugendschutzgesetz
Das Jugendschutzgesetz unterscheidet: Bier, Wein und Sekt dürfen an Personen ab 16 Jahren abgegeben werden, Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke erst ab 18. Für den Onlinehandel bedeutet das eine verlässliche Alterskontrolle – eine einfache Ja-Nein-Abfrage genügt nicht.
Zweistufige Altersprüfung
Wie bei anderen altersbeschränkten Waren darf Alkohol Minderjährigen weder angeboten noch an sie ausgeliefert werden. Nötig ist deshalb eine Prüfung im Bestellprozess und eine zweite bei der Zustellung – etwa über eine Alterssichtprüfung des Zustellers an der Haustür. Welche Verfahren es gibt und welches wirklich reicht, behandelt der Beitrag Altersverifikation im Onlineshop ausführlich.
Alkoholsteuer und Preisangaben
Spirituosen unterliegen der Alkoholsteuer, die in der Regel bereits im Einkaufspreis enthalten ist; wer selbst importiert oder herstellt, hat eigene steuerliche Pflichten. Für die Preisauszeichnung ist zudem der Grundpreis je Liter anzugeben, damit Kunden vergleichen können.
Werbung und weitere Pflichten
- Werbung darf sich nicht an Minderjährige richten und keine Anreize zum übermäßigen Konsum setzen.
- Pflichtangaben zu Los, Allergenen (z. B. Sulfite) und – je nach Getränk – zum Alkoholgehalt.
- Klare Verknüpfung von Bestellprozess und passender, altersgeprüfter Zustelloption.
- Vollständige Shop-Pflichtangaben, um Abmahnungen zu vermeiden.
Alkohol ist eine von mehreren regulierten Branchen mit eigenen Auflagen – der Überblick steht auf der Seite Onlineshop in regulierten Branchen. Bei der Einrichtung des Jugendschutzes im Shop hilft die E-Commerce-Beratung.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter darf ich Alkohol online verkaufen?
Bier, Wein und Sekt an Personen ab 16 Jahren, Spirituosen erst ab 18. Entscheidend ist eine verlässliche Alterskontrolle, nicht eine bloße Abfrage.
Reicht eine Altersabfrage per Klick?
Nein. Verlangt wird eine echte, zweistufige Prüfung: im Bestellprozess und noch einmal bei der Zustellung, damit die Ware nicht an Minderjährige ausgeliefert wird.
Muss ich Alkoholsteuer abführen?
In der Regel nicht als Weiterverkäufer – die Alkoholsteuer auf Spirituosen ist meist im Einkaufspreis enthalten. Wer selbst importiert oder herstellt, hat eigene steuerliche Pflichten.
Welche Preisangaben sind Pflicht?
Neben dem Endpreis der Grundpreis je Liter, damit Kunden Angebote vergleichen können. Dazu kommen produktbezogene Pflichtangaben.
Worauf muss ich bei der Werbung achten?
Werbung darf sich nicht an Minderjährige richten und keine Anreize zu übermäßigem Konsum geben. Auch die Gestaltung im Shop fällt darunter.
Weiterlesen zu regulierten Sortimenten
Die Pflichten ähneln sich von Sortiment zu Sortiment, die Details unterscheiden sich erheblich. Diese Beiträge gehen auf die jeweiligen Besonderheiten ein:
- Onlineshop in regulierten Branchen – der Überblick über Jugendschutz, Pflichtangaben und Barrierefreiheit
- CBD online verkaufen – lebensmittelrecht, Novel Food und die Grenzen der Werbung
- Nahrungsergänzungsmittel online verkaufen – kennzeichnung, Höchstmengen und Health Claims
- Medizinprodukte online verkaufen – mDR, CE-Kennzeichnung und Heilmittelwerbegesetz
- Altersprüfung für zehn Shopsysteme – das Programm, das die erste Stufe im Bestellvorgang übernimmt
- Altersprüfung beim Versand – was DHL, DPD und die anderen für die zweite Stufe anbieten
- Ausgangsstoffe für Explosivstoffe – dieselbe Prüflogik für Chemikalien nach der Verordnung (EU) 2019/1148
Dieser Beitrag gibt praktische Orientierung aus Händlersicht und ist keine Rechtsberatung. Die Rechtslage ist teils in Bewegung; für die verbindliche Beurteilung des eigenen Falls ist fachkundiger Rat einzuholen. Stand: Juli 2026.




